Mit Erstaunen liest man die aktuelle Aussage des grünen Bundestagsabgeordneten Michael Kellner über die PCK-Raffinerie. Als ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär unter Robert Habeck war er der PCK-Beauftragte in der Region. Neben all seiner Liebe zu einseitigen Modernisierungsideen und stetigen Bemühungen wird vor allem eins ganz deutlich in seinem aktuellen Interview in der Märkischen Oderzeitung vom 30.07.2026. Seine Ideen sind zu kurz gedacht! Die PCK-Raffinerie ist nicht nur für die Autoindustrie und den Kraftstoffmarkt interessant. Sie ist auch wichtiger Zulieferer für weitere Wirtschaftszweige. Zum Beispiel im Straßenbau und in der Plastikproduktion kann bisher wenig auf Öl verzichtet werden. Öl wird daher eine wichtige Ressource in unserem Leben bleiben. Diesen Aspekt blendet er in seiner Vision von neuen Geschäftsmodellen aus.
Wenn die Produktion des Wasserstoffes in ferner Zukunft mal wirtschaftlich effektiv ist, muss man in der Gegenwart die Wertschöpfungen pflegen, die ein Überleben in die Zukunft überhaupt ermöglichen. Eine Verteufelung der fossilen Rohstoffe ist keine Lösung.
Man fragt sich auch, wie Michael Kellner zu der neuen Einschätzung kommt, dass die Rostock-Pipeline nicht ausschlaggebend gewesen wäre für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Rückblickend ist es immer leicht, seine Meinung zu revidieren. So tut er es auch bei der Pressemitteilung – Reinhard Simon merkt an Frage nach Enteignung oder Treuhandverwaltung. Rückblickend schätzt er den selbst mitgetragenen Entschluss, die Raffinerie treuhändisch zu verwalten, als nicht richtig ein. Dabei hat er diesen Beschluss mit initiiert! Herr Kellner hat uns gebetsmühlenartig während der Ampelkoalition versprochen, dass ausreichend kasachisches Erdöl mit langfristigen Verträgen durch die Pipeline nach Schwedt fließt. Das ist bis heute weder ausreichend noch langfristig geschehen. Seine heutige Sicht hat einen bitteren Nachgeschmack, wenn man bedenkt, wie lange diese Problematik vor sich hergeschoben worden ist. Oder wie viele Industriearbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Am Ende trägt es nicht zur Resilienzfähigkeit des Unternehmens oder zur Stärkung der Region bei.
Besonders kritisch ist seine letzte Bemerkung zu hinterfragen, wo er von neuen Arbeitsplätzen in der Methanolherstellung redet und nebenbei erwähnt, dass die Anzahl der bisher vorhandenen Industriearbeitsplätze nicht erhalten werden kann. Es ist erschütternd, mit welcher Gleichgültigkeit der grüne Bundestagsabgeordnete den Verlust von Arbeitsplätzen im strukturschwachen Nordosten des Landes Brandenburgs in Kauf nimmt. Es darf bezweifelt werden, dass er die Sorgen und Nöte der Bewohner und Bewohnerinnen seines Wahlkreises überhaupt kennt.
Herr Kellner ist ein Politiker, der die Begriffe Wahrheit und Ehrlichkeit sehr dehnbar nach seiner Ideologie behandelt. Und im Übrigen, Utopia ist ein Phantasialand.
Ihr Reinhard Simon
